Montag, 29. Dezember 2014

Zauberflöte, 28. Dezember 2014, Staatsoper

Eine äußerst gelungene Repertoirevorstellung!!
Der Garant für das Gelingen des Abends war wieder einmal Adam Fischer! Ein wunderbarer Dirigent, der auch Mozart im Griff hat, frisch und fröhlich, dann wieder auch ernst und bedeutungsvoll. Er hatte eine ausgeglichene Sängeriege vor sich, die er zu sehr schönem Mozartgesang animinierte.
Benjamin Bruns hat eine sehr schöne Stimme, stellt den Tamino sehr ernst da, Olga Bezsmerta als Pamina mausert sich auch zu einer Stütze des Hauses. Kathryn Lewek ist eine sehr junge Königin der Nacht, bis auf einen Ton erwischt sie alles, braucht noch ein bisserl "Reife". Markus Werba ist ein würdiger Nachfolger der großen Papageno-Darsteller. Ein sehr vornehmer Sarastro von Franz-Josef Selig und ein herrlich intriganter Thomas Ebenstein als Monostatos.Dazu solide drei Damen, herzige Sängerknaben und eine sehr unterhaltsame Annika Gerhards als Papagena.
Hat sehr viel Spaß gemacht.
Die Inszenierung ist nett, aber setzt auf viel Klamauk und weniger auf die "bedeutungsschwangere" Freimaurerei.

Montag, 22. Dezember 2014

Rigoletto, Premiere, 20. Dezember 2014, Staatsoper

Eine vergebene Chance!

Simon Keenlyside musste im Racheduett am Ende des 2. Aktes abgehen, da ihm die Stimme versagte. Das war der traurige Höhepunkt des Abends. Im dritten Akt sang dann Paolo Rumetz ganz gut, er ist halt auch das Gegenteil von Keenlyside. Da der drahtige Singschauspieler, dort der Teddybär. Der Dirigent hat sehr gut reagiert und die letzten paar Minuten nach Rücksprache mit Küchl fertigdirigiert. Die Diskussion, ob er abbrechen hätte sollen oder nicht geht für mich klar in Richtung weitermachen, wenn der Vorhang nicht fällt. Bewundernswert die Leistung von Morley, wie sie da souverän weitergemacht hat.

Die Neuinszenierung ist mäßig gut und ist ganz auf Keenlyside zugeschnitten. Man wird sehen, wie andere das meistern. Viel Dreck und Schmutz auf der Bühne, keine Pracht im Palast. Die Hütte von Sparafucile dem Helm von Darth Vader nachempfunden. Ich habe leider kein Programmheft um die Bedeutung der verschiedenen Orte nachzulesen.

Sängerisch war es nicht wirklich toll. Keenlyside war ein wunderbarer Rigoletto, ein herrlicher Charakterdarsteller, dem aber ein bisserl die Italianita in der Stimme fehlt. Erin Morley war eine sehr gute Gilda, die aber leider nicht ganz Weltklasse ist. Piotr Beczala ist alles nur kein Herzog, die Höhe war immer gepresst, er sollte lieber beim Verismo bleiben. Es fehlt einfach der Glanz in der Stimme und beim Herzog ist es wirklich fatal, wenn die Höhen so komisch klingen.

Sparafucile war fast nicht zu hören, Maddalena ganz gut. Wie soll die piepsende Hila Fahima im Frühjahr die Gilda singen, sie hat ja (derzeit) eine noch kleinere Stimme als Nafornita.

Das Dirigat von Myung-Whun Chung hat mir sehr gut gefallen, es war spannend allerdings eher dezent und kammermusiklisch angelegt.
  

Samstag, 20. Dezember 2014

Hänsel und Gretel, 19. Dezember 2014, Volksoper

Die weihnachtliche Kinderoper in der Volksoper macht wirklich Spaß. Die vielen Kinder in der vollen Volksoper leben wirklich mit. Mir gefällt die Oper ausnehmend gut (Ich habe sie zum ersten Mal gehört), speziell die Zwischenspiele. Schade, dass diese Oper quasi nur als Kinderoper verkauft wird
Sie bekommen auch eine bewährte wirklich stimmungsvolle Aufführung zu sehen. Die Darsteller allesamt sehr gut und mit Freude bei der Sache. Die Dirigentin sehr gut, das Orchester mit kleinen Schwächen im Blech.

Montag, 15. Dezember 2014

Arabella, 13. Dezember 2014, Staatsoper

Diese Arabellainszenierung ist wirklich nicht gut, aber man nimmt sie halt in Kauf.
Ulf Schirmer war ein feiner Dirigent, trug die Sänger auf Händen und deckte sie nicht zu. Tomasz Konieczny speilt sich sehr schön in die Rolle hinein, sein Timbre ist zwar nicht für alle, aber mit gefälllt er; darstellerisch ist er wirklich gut. Anne Schwanewils ist über die Rolle schon hinausgewachsen, sie singt sie wie die Marschallin, abgeklärt und nicht wie ein junges Mädchen, die Töne passen jedenfalls. Ileana Tonca wächst in größere Rollen hinein, ihre Zdenka hat Charme, Witz und ihre Liebe zu Matteo kommt wunderbar.
Herbert Lippert ist ein sehr guter Matteo, leider mit einer kurzen Schwächephase.
der Rest sehr gut, auffallend Ulrike Helzel als Kartenaufschlägerin besonders gut, sollte wohl bald größeres singen.
Summe eine sehr gute Repertoirevorstellung im besten Sinn

Liederabend Christoph&Oskar, 12.Dezember 2014, Café Potyka

Zwei sehr junge Sänger auf einem gutem Weg.
Christoph (20) hat im letzen Jahr grosse Fortschritte gemacht, seine Stimme wird immer schöner. Es fehlt noch ein bisserl in der Höhe und der Tiefe, aber das wird schon werden.
Das Programm war extrem schwer und interessant. Schumann, Mahler, Berg, Marx, Strauss und 5 Lieder von Oscar oder seinem Freund!

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Die Physiker, 10. Dezember 2014, Volkstheater

Ein Abend mit Durchhänger!
Der Beginn sehr ambitioniert, dann der mittlere Teil eher fad, der dritte Teil sehr unterhaltsam und spannend.
Ausgezeichnet Erich Schleyer als Newton und Thomas Kamper als Möbius, sehr gut Rainer Frieb als Einstein. Vera Borek als Irrenärztin hat mir leider nicht gefallen, es fehlte ihr die Souveränität und Ausstrahlung.
Die Inszenierung in einem einheitlichen Bühnenbild gefällt, leider fehlt ihr zeitweise ein wenig der Schwung

Mittwoch, 10. Dezember 2014

WSO, François-Xavier Roth, Anja Harteros, 9. Dezember 2014, Konzerthaus

Zu Beginn die König Lear Ouverture von Berlioz, ein ziemlich fades Stück ganz gut gespielt. Dann die "Vier letzten Lieder" von Strauss mit Anja Harteros. Leider war das Orchester wieder einmal viel zu laut, sodass man von der Künstlerin nicht allzuviel hören durften. Allerdings war die allerorts bejubelte Sängerin offensichtlich nicht auf der Höhe, es war sehr gut, aber es ist kein Funke übergesprungen und auch der anschließende Applaus war endenwollend.
Nach der Pause dann die Orgelsymphonie von Saint-Saens, da spielte der französische Dirigent sein Können aus und der Abend klang sehr schön aus.

Dienstag, 9. Dezember 2014

American Lulu von Olga Neuwirth, 7. Dezember 2014, Theater an der Wien

Die Neufassung bzw. Umarbeitung der Berg'schen Lulu hat die Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Handlung wird durch die Verlegung ins Amerika der 50er bzw. 70er Jahre nicht schlüssig. Durch die Verkürzungen wird alles unklarer, es ergeben die Morde oder Tode keinen wirklichen Sinn. Die Zwischentexte zur Rassendiskriminierung wirken fehl am Platz.
Die Musik ist hingegen spannend, obwohl nicht herausragend.
Die musikalische Seite hingegen kann überzeugen. Die Lulu von Marisol Montalvo ist wirklich gelungen, die Männer singen auch sehr gut. Leider mit Kopfmikros, daher wurde verstärkt???
Ein sehr spannender Abend mit Abstrichen

Traviata, 5. Dezember 2014, Staatsoper

Eine furchtbare Traviata!


Normalerweise stimme ich mit Renate Wagner vom online-Merker weitgehend überein, was die Beurteilung von Sängern betrifft.
Zu ihrer Kritik zur gestrigen Traviata-Kritik stehe ich aber konträr gegenüber.

Ermonela Jaho war gestern einfach furchtbar. Sie hatte ein schlimmes Tremolo, das nicht anzuhören war und sang abwechselnd zu hoch und zu tief. Der Alfredo von Saimir Pirgu war leider fad.
Wie wir nach einer knappen halben Stunde unsere Loge verließen, trafen im Gang weitere 4 Personen, die aus dem gleichen Grund die Vorstellung abgebrochen hatten.
Manchmal hat man den Eindruck, als ob wir in verschiedenen Vorstellungen gewesen wären.

Freitag, 5. Dezember 2014

Artemis-Quartett, 4. Dezember 2014, Konzerthaus

Der Abend fing mit einem der Haydn-Quartette von Mozart an. Blitzsauber gespielt, dann ein sehr starkes, zweisätziges Werk vom Letten Peteris Vasks und nach der Pause Smetanas Quartett "Aus meinem Leben" und als Zugabe Beethoven op. 18/1, 2. Satz. Das Quartett gehört sicher zu meinen Lieblingsquartett, sie spielen ausgefeilt, intensiv, spannend und sind trotzdem "Musikanten" geblieben.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Jess-Trio mit Familie und Freunden, 3. Dezember 2014, Konzerthaus

Ein Mittagskonzert im vollen Mozartsaal, fast nur Pensionisten bzw. Freunde der jungen Mitspieler
Zu Beginn spielte Johannes Kropfitsch die Händel-Variationen von Brahms ein bisschen oberlehrerhaft, nicht sehr spannend, aber korrekt. Es fehlte das Animo.
Anschließend spielte die verstärkte Familie Kropfitsch das Mendelssohn-Oktett. Eine beschwingte und spannende Performance, man merkte ihnen ein bisserl an, dass es der erste Auftritt in dieser Besetzung war. Die Zugabe (Wiederholung des 3. Satz) war dann noch eine Spur besser und gelöster. Es hat sich wirklich ausgezahlt!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Adventkonzert, Chorvereingung St. Augustin, 2. Dezember 2014, Jesuitenkirch

Ein besinnliches und ruhiges Konzert in der Jesuitenkirche mit dem Hauptwerk dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens, vorher Bach, Bruckner Mendelssohn und Reger.
Der Chor agierte wieder in Hochform, die Solisten waren im wesentlichen sehr gut, am besten der Tenor Gernot Heinrich.
Das Weihnachtsoratorium ist ein sehr schönes Stück, ein bisserl fremd. Leider mit relativ wenig Chorstellen.



Montag, 1. Dezember 2014

Frau Luna, 28. November 2014, Volksoper

Leider ein fader Abend, was ausschließlich am Dirigenten gelegen ist. Traurig, wie man so ein pfiffiges Stück langweilig machen kann. Die Darsteller gaben ihr bestes und sangen und spielten wirklich sehr erfreulich und animiert, ich möchte keinen hervorheben. Die Inszenierung ist gelungen und die Gegensätze Wien-Berlin sehr komisch, wie mit den Klischees und Vorurteilen gespielt wird. Die Kostüme gelungen, vor allem die Mondbewohner, alles als Sternbilder verkleidet.

Donnerstag, 27. November 2014

Molière, Amphitryon, 26. November 2014, Volkstheater

Ein sehr lustiger Abend im Volkstheater. Eine flotte Inszenierung des Amphitryon von Molière in einer aktualisierten Fassung. Das Stück ist wirklich lustig, die Situation, dass Doppelgänger da waren/sind und die wahren Gestalten nicht dahinter kommen birgt viele komische Situationen, die wahrlich genützt werden.
Martina Stilp spielt eine verwirrte bzw. rachsüchtige Alkmene, Thomas Groß ist als Jupiter ein herrlicher Verführer, Roman Schmelzer spielt den ratlosen Amphitryon.
Den Vogel schoss aber Matthias Mamedof als Sosias ab. In der Rolle, die auch Molière spielte, zog er alle Register und bekam auch berechtigt den größten Applaus. Der Merkur von Rafael Schuchter imitierte in köstlich. Andrea Bröderbauer als Cleanthis viel ein wenig ab.
Jetzt im Haupthaus in einer gut besuchten Vorstellung zu sehen.
Wirklich gelungen!

Montag, 24. November 2014

Le Nozze di Figaro, 22. November 2014, Staatsoper

Also ging es nach dem Philharmonischen nach einem kleinen Imbiss noch in die Staatsoper und wir wurden wirklich belohnt. Endlich und seit langem wieder ein wirklicher Mozartabend, wo auch Mozart drin war. Eine ausgeglichene sehr gute bis ausgezeichnete Besetzung angeführt vom Dirigenten Sascha Goetzel und einem befreit aufspielenden Orchester. Schon vom ersten Ton an war die Freude spürbar. Dazu eine sehr gute Besetzung, die Damen Olga Bezsmerta und Anita Hartig sangen fröhlich, berührend und souverän, dazu ein animiertes Spiel (sie sind sehr ähnlich, daher passt es auch mit dem Verwechslungsspiel am Ende sehr gut). Ergänzt durch zwei unterschiedliche Baritone, man konnte sie wirklich unterscheiden. Luca Pisaroni ist zum Grafen herangewachsen, Adam Plachetka ein sehr stimmgewaltiger Figaro. Die einzige, die ein bißchen schwächer war, war Rachel Frenkel als Cherubino. Allerdings sang Daniela Fally die kleine Rolle der Barberina - echter Luxus!
So ging ein langer Samstag beschwingt, fröhlich und sehr erfreulich zu Ende!

Wiener Philharmoniker, Bychkov, Gerstein, 22. November 2014, Musikverein

Ein Geschenk, das man nicht ablehnen kann. So gingen wir schon am Nachmittag ins Philharmonische. Semyon Bychkov machte daraus wirklich ein Ereignis. Sie spielten ein ausschließlich russisches Programm. Zu Beginn die Valse-Fantaisie von Glinka, sehr beschwingt und heiter. Dann das 2. Klavierkonzert von Schostakowitsch. Ein herrlicher Kirill Gerstein perlte durch dieses Werk. Klare Strukturen und ein durchsichtiger Klang, dazu ein Orchester, das ihn in keiner Weise zudeckte. Nach der Pause dann die 6. Symphonie (Pathetique) von Tschaikowsky. Spannend und energiegeladen, nie fad oder süßlich. Man lernte sie als kraftvolles Werk kennen mit starken Klangblöcken und schroffen Kanten. Großer Applaus!

WSO, Bunitiashwili, Jordan, 21. November 2014, Konzerthaus

Ein neues Format wurde im Konzerthaus ausprobiert. Ein relativ kurzes Konzert (100 min) und dann noch Musik in der unteren Halle. Uns hat das sehr gut gefallen, vor allem war die Halle sehr stimmungsvoll ausgeleuchtet. Es blieben auch fast alle Besucher da, so dass die Halle gesteckt voll war. Unten wurde erst ein paar "Reißerstücke" von Bunitiashwili und Jordan gespielt, sehr unterhaltsam und dann präsentierte sich eine Jazzformation aus Symphonikern.
Vorher wurde im großen Saal zu Beginn die 2. Schubert flott und klar musiziert. Anschließend eine sehr gute Solistin Katia Bunitiashwili im 2. Liszt Klavierkonzert, leider wurde sie etwas von Philippe Jordan zugedeckt. Zum Abschluss noch die sehr gute Tannhäuser-Ouvertüre.
Der Dirigent macht seine Sache sehr gut, aber irgendetwas fehlt.

Freitag, 21. November 2014

Rosenkavalier, 20.November 2014, Staatsoper

Rosenkavalier einmal anders. Kyrill Petrenko überrascht mit extremen Themen, da ist das Vorspiel rasend schnell (eine wilde Liebesnacht), manchmal sehr langsam (Marie-Theres!). Die Sänger kommen nicht immer mit. Aber das ist vielleicht der ersten Aufführung der Serie geschuldet. Wie viele Proben? Dadurch ist der Eindruck ein wenig ein aufundab!
Im Prinzip lauter Topleute, das Debüt von Alice Coote ist sehr gelungen. Die Stimme hat ein dunkles Timbre, welches wunderbar mit den hellen Stimmen von Isokoski und Chen Reiss kontrastiert. Sie brauchte im ersten Akt ein bisserl. Bei der Überreichung der Rose verhaute sie die erste Phrase. Im dritten Akt dann ein tadellose Leistung, als Marianderl besonders.
Soile Isokoski passt die Marschallin noch besser als die Ariadne. Der Schluß vom 1. Akt (Monolog und Duett) waren ganz große Klasse, vor allem das Duett hat mich tief berührt.
Chen Reiss hat einen sehr hellen und klaren Sopran, der wirklich zu dieser Rolle passt. Darstellerisch ist noch Luft nach oben.
Peter Rose überzeugte sängerisch und vor allem darstellerisch. Herrlich wie er, nicht ganz so derb wie gewohnt, die Szene beherrscht. Seine Höhe ist besonders schön, in der Tiefe hat er nicht viel Kraft, aber die Töne kommen schön.
Clemens Unterreiner gefällt mir immer besser als Faninal. Er ist wirklich in diese Rolle hineingewachsen.
Benjamin Bruns als Sänger hat mir gar nicht gefallen, die Höhe hat doch sehr gescheppert. Renate Wagner vom Online-Merker meint hingegen "Das glückliche Rollendebut des Abends war Benjamin Bruns in der Rolle des Sängers".
Der Rest des Ensembles agierte bewährt auf hohem Niveau. Köstlich natürlich Alfred Sramek als Notar und Polizeikommissär, Luxus Herwig Pecoraro als Wirt. Die Leitmeritzerin und Annina fallen aus diesem Lob heraus, sie waren leider ein Ärgernis.

Mittwoch, 19. November 2014

Hannes Ringlstetter, 18. November 2014, Stadtsaal Wien

Ein gewonnener Soloabend mit Hannes Ringlstetter, Niederbayer aus der Gegend von Straubing.
Der erste Teil war nett und unterhaltsam, aber auch nicht mehr, nach der Pause ist es dann gut bis sehr gut geworden. Kein politisches Kabarett, sondern eher ein Querschnitt durch alles mit leicht kritischen Untertönen. Leichte Unterhaltung

Montag, 17. November 2014

Chowanschtschina, 15. November 2014, Staatsoper

Die Premiere der wunderschönen Chowanschtschina hat uns musikalisch begeistert. Die Regie hat zwar ein unheimlich starken Beginn mit einem Gerüst, dass sich aufstellt und von dem die Asche der Toten fällt. Das Bühnenbild besteht aus zwei Hebebühnen hintereinander, auf denen je drei Plattformen übereinander angeordnet sind. Darauf und auf einem kleinen Aufzug im Vordergrund, treten alle auf, was für die die Chormassen sehr praktikabel ist. Allerdings wird dann fast nur statisches Stehtheater geboten. Dadurch kommen die Interaktionen zwischen den Sängern zu kurz. Am auffallendsten war es bei der Szene Emma -  Andrei Chowanski. Wie will er sie aus großer Entfernung vergewaltigen?? Dieses Szenario funktioniert nur am Beginn. Auch weil der Schreiber in dem Aufzug nur halb herauskommt! Gegen Schluss wird es banal, die persischen Tänzerinne ziehen sich bis auf die Unterwäsche aus (das ist ja okay) und auf ihren BHs steht etwas, das ab der dritten Reihe nicht mehr lesbar ist. Später gehen die Altgläubigen in Unterwäsche ins Feuer??? dabei schauen sie eigentlich nur lächerlich aus.


Kommen wir zum Positiven.


Musikalisch ist der Abend ein echter Reißer. Das Orchester spielt unter der Leitung von Semyon Bychkov auf wie man es sich wünscht. Die Sänger alle auf einem hohen Niveau. Feruccio Furlanetto strahlt als Chowanski Souveränität aus und kann seinen tiefen Fall glaubhaft darstellen. Ain Anger ist ein großartiger Dossifei, eine echte Überraschung wie er den Sprung zur großen Rolle geschafft hat, Elena Maximova bringt eine wunderbare helle und klare Stimme mit, die mit starker Ausdruckskraft der verschiedenen Anforderungen gerecht wird.
Dazu kommen noch Herbert Lippert, Andrzej Dobber, Norbert Ernst und Christopher Ventris. Für eigentlich kleine Rollen wirkliche Luxusbesetzungen. Erfreulich, dass so etwas möglich ist. Im Ensemble war wirklich keine Schwachstelle. Mir persönlich hat Caroline Wenborne nicht so gut gefallen, da ich offensichtlich Vibrato nicht hören mag (siehe auch Tannhäuser, Theorin).


Die beiden Chöre (Staatsoper, Slowakische Philharmonie) waren kaum zu übertreffen.


In Summe ein musikalisch grandioser Abend, die Inszenierung hoffentlich repertoiretauglich, in solcher Besetzung aber wahrscheinlich nicht immer zu hören.





Donnerstag, 13. November 2014

Duoabend Kutrowatz mit Peter Matic, 12. November 2014, Musikverein

Peter Matic las Texte von Thomas Bernhard, dazu spielten die Brüder Kutrowatz Musik von Glass & Bachchoräle.
Ein wirklich stimmiges Konzept im Gläsernen Saal. Schöne und nachdenkliche Gedichte von Thomas Bernhard, hervorragend gelesen von Peter Matic, dazu im ersten Teil großartige Musik von Glass. Nach der Pause waren Bachchoräle an der Reihe, die ersten nicht so gut arrangiert, der letzte wunderbar. Und zum Abschluss noch als Rausschmeißer ein virtuoses Klavierduo von Schostakowitsch. Die Brüder Kutrowatz spielten sehr passend.

Mittwoch, 12. November 2014

WSO, Noseda, Trifonov, 11. November 2014, Konzerthaus

Je Fuchteln desto fad


Ein schönes Konzert mit Abstrichen.


Das Programm ist ein echtes "Schlagerprogramm", leider wurde die Chance nicht genützt. Noseda deckte, vor allem im ersten Satz des 2. Rachmaninoff-Klavierkonzertes den Pianisten fast vollkommen zu, aber dem zweiten Satz ging es. Die Balance im Orchester hat auch nicht immer gepasst. Daniil Trifonov spielte sehr schön und innig und auch kraftvoll, hatte aber wenig Chancen auf Durchsetzung
Nach der Pause eine ganz schöne Scheherazade, leider die Harfe zu laut, die Sologeige mäßig schön, die Flötensoli naja, hingegen das Klarinettensolo wunderbar.














Wiener Symphoniker / Trifonov / Noseda
Mittwoch, 12. November 2014, 19:30 - ca. 21:30 Uhr
Interpreten
Wiener Symphoniker, Orchester
Daniil Trifonov, Klavier
Gianandrea Noseda, Dirigent
Programm
Sergej Rachmaninoff
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-moll op. 18 (1900-1901)
             ***
Nikolai Rimski-Korsakow
Scheherazade / Suite symphonique op. 35 (1888)

Dienstag, 11. November 2014

Oscar Wilde , 10. November 2014, Akademietheater

Eine beeindruckende One-Man Show mit Markus Mayer.
Das Stück ist verdichtete 75 min lang. Markus Mayer spielt alle Rollen, die Freunde und Diener sind eingespielt und werden auf kleine, auf einem Gestell verschoben montierte Leinwände projiziert.
Er bringt die Wandlung des eitlen jungen Dandys zum verzweifelten "Alten" wunderbar auf die Bühne. Eigentlich waren wir froh, dass es aus war. Wir sind nachher noch eine Zeitlang vor lauter Befangenheit stumm geblieben.

Montag, 10. November 2014

Dantons Tod, 7. November 2014, Burgtheater

Ein recht schöner Abend im Burgtheater mit zu viel Bewegung.


Ein starkes Stück, wobei der Regisseur nicht daran geglaubt hat. Er packt viel zu viel auf de Bühne und andauernd ist alles in Bewegung. Die Drehbühne dreht und dreht und dreht und dreht sich.


Die Schauspieler, angeführt von Joachim Meyerhof spielen wirklich herausragend, aber sie gehen in der Bühne unter. Die Drehbühne ist am Rand angefüllt mit verschiedenen Bauten, in der Mitte steht die Hinrichtungsstätte. Dazu ist die Bühne überseht mit Kleidungsstücken. Es ist auch nicht ersichtlich, wo man sich befindet, es ist alles beliebig, die Szenen gehen ineinander über.


Die Rettung sind die Schauspieler, einer besser wie der andere.


Der erste Monolog Dantons wird auf viele Schauspieler aufgeteilt, die überlappend sprechen, was der Verständlichkeit massiv abträglich ist. Er geht daher vollkommen unter.


Meine Frau hat die Augen zugemacht und dann war die Wirkung da, mein Bruder und seine Frau fanden es grässlich!









Donnerstag, 6. November 2014

Barbier von Sevilla, 5. November 2014, Staatsoper

Eine sehr schöne Repertoirevorstellung, ein animiertes Dirigat, ein sehr gutes Ensemble aus dem Gritskova als Rosina hervorstach. Der Graf mit einem sehr hellen schönegeführten Tenor, sehr gut Plachtetka, weniger der Barbier.
Leider war ich sehr müde, sodass ich zur Pause gegangen bin.

Montag, 3. November 2014

Sonntag, 2. November 2014

Turandot, 31. Oktober 2014, Volksoper

Ein Abend eher zum Vergessen, ausgenommen dem Chor, der wirklich ausgezeichnet gesungen und gespielt hat.
Leider hat Neil Shicoff jetzt endgültig die Schwell zum nicht mehr singen überschritten, er kann sich auch nicht mehr mit Technik retten. Die Turandot war nur schrill und laut, die Minister lange nicht so gut wie da letzte Mal, DIrigat eher gegen fad. Am besten noch Kaiser als Liu, aber auch niocht wirklich schön. Daher sind wir nach dem nesum dorma gegangen.

Die Inszenierung sicher eine der lsutigsten und schönsten!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

La Bohème, 29. Oktober 2014, Staatsoper

Ein sehr gute Repertoireabend


Wieder einmal die erste Vorstellung einer Serie, dh. meist dass sich die Protagonisten aneinander gewöhnen müssen. Beim Dirigenten Dan Ettinger hat es bis zur Pause gedauert. Einiges an der Kommunikation zwischen Orchester und Bühne lief nicht 100% glatt ab. Er steigerte sich und das Schlussbild war dann sehr innig und höchst konzentriert gespielt.


Dmytro Popov gab ein sehr anständiges Hausdebüt (wie bei fast allen ist sein Alter nicht feststellbar, ich würde schätzen er ist Anfang dreißig). Er hat ein hübsches Timbre und eine klare Höhe. Er hat im Zweifel eher höher gesungen als zu tief.
Krassimira Stoyanova wächst langsam aus der Rolle der Mimi heraus, sie sang sehr gut, wobei sie auch Anlaufzeit brauchte. Aber sie starb wirklich schön! Ein wunderbarer Marcello war Alessio Arduini, der die Rlle sehr schön gestaltete. Hingegen ist Valentina Naforniţa nicht wirklich die beste Besetzung als Musette, die Rolle liegt ihrer Stimme nicht wirklich, darstellerisch war sie wie immer ausgezeichnet. Die anderen Künstler Adam Plachetka und Jongmin Park waren fast eine Luxusbesetzung, sehr erfreulich. Alfred Šramek  wie immer herzlich komisch und eigentlich unverzichtbar.



Montag, 27. Oktober 2014

Tannhäuser, 26. Oktober 2014, Staatsoper

Der Tannhäuser hat gestern von den Männerstimmen gelebt. Besonders hervorzuheben ist Christian Gerhaher, der im Sängerkrieg und vor allem mit dem "Abendstern" betören konnte. Ein großartiger lyrischer Sänger! (Wahrscheinlich das schönste, was ich heuer in der Oper gehört habe). Daneben ein wahrlich ausgezeichneter Einspringer, Stephen Gould, ein richtiger Heldentenor, der aber in der Romerzählung auch wunderbar lyrische Momente hatte. Dazu die sehr gute Riege von Minnesängern angeführt von Norbert Ernst. Es ist schön, dass die Staatsoper erste Kräfte auch für kleinere Rollen einsetzt.
Kwangchul Youn bietet einen profunden Bass als Hermann.
Die beste der Damen war Annika Gerhards  als Hirte. Sehr schöner Sopran. Dagegen war Camilla Nylund nicht wirklich rund anzuhören, manchmal ein wenig viel Vibrato, dann wieder klang die Stimme ein bisserl dünn. Im ganzen aber eine erfreuliche Leistung. Hingegen war Iréne Theorin eine glatte Fehlbesetzung, soviel Vibrato bzw. Tremolo habe ich schon lang nicht mehr gehört! Sie sollte mal Pause machen! (Warum darf ein Direktor solche Leute nach der ersten Vorstellung nicht einfach absagen???). Man hörte, dass sie mal Stimme hatte.
Peter Schneider machte aus dem Abend einen wirklich ausgezeichneten, er animierte das Orchester, besonders das Blech spielte so schön, hielt die Spannung und den großen Bogen, deckte nie die Sänger zu und vergaß auch nicht auf die Details. Erfreulich, dass er heuer viel in Wien sein wird.
Die Chöre waren ausgezeichnet, auffallend singt der Chor heuer viel besser als noch vor einem Jahr!


Die Inszenierung gefiel mir viel besser als das letzte Mal, eigentlich recht stimmig.


In Summe ein sehr schöner Abend, vor allem der dritte Akt! Schneider, Gerhaher und Gould sei Dank

Freitag, 24. Oktober 2014

Liederabend Robert Holl & Robert Lehrbaumer, 23. Oktober 2014, Wotrubasaal im 21er Haus

Ein sehr lyrischer Abend im 21er Haus.


Nach einer sehr informativen Einführung durch die Generalsekretärin, die die Bezüge zwischen Wotruba und seiner aktuellen Ausstellung und den Komponisten herstellte. Besonders die Verbindung zwischen Wotruba und Michelango wurde betont. Wotruba hat in seiner Jugend sehr viel Zeichnungen nach Michelango gemacht und es sind auch seine letzten Zeichnung, die auch zu ihm Bezug nehmen ausgestellt.
Robert Lehrbaumer spielte sehr einprägsam zu Beginn die ersten drei Stücke aus den "Sieben Porträts für Klavier solo op. 109 (1995) von Gottfried von Einem. Feinfühlige Miniaturen!


Es folgten drei Lieder von Hugo Wolf nach Texten von Michelango. Herrlichster Wolf! Dann vier weitere Portäts von v.Einem. Zum Abschluss sang dann Robert Holl beeindruckend sieben Lieder von Schostakowitsch. Diese Lieder haben mich sowohl vom Text als auch der Musik tief berührt.

Robert Holl war ein idealer Interpret. Seine Stimme passt wunderbar zu den Liedern und seine Gestaltungskunst ist wirklich eine große!























Donnerstag, 16. Oktober 2014

Ariadne auf Naxos, 15. Oktober 2014, Staatsoper

Also nochmals die "Verrückte auf der Insel" wie meine Kinder Ariadne zu bezeichnen pflegen.


Wieder ein großer Abend. Hat mir noch besser gefallen, vor allem die Nymphen waren wieder großartig. Leider hat Sophie Koch ein bisserl nachgelassen, hat ein wenig gepresst und auch die Töne nicht immer lang genug ausgehalten. Vielleicht war sie etwas verkühlt.


Botha war (zumindest mit seiner Stimme) männlicher als am Sonntag.


Der Rest - siehe Sonntag, 12. Oktober

Montag, 13. Oktober 2014

Ariadne auf Naxos, 12. Oktober 2014, Staatsoper

Ein wirklich großer Abend.

Der Star des Abends war ohne Zweifel Christian Thielemann. Er holte aus dem Orchester heraus, was der Komponist sich ausgedacht hat, zarte und lucide Stimmung, dann wieder großen Orchesterklang. Er vergaß auch nicht auf die Sänger, er bettete sie auch einen herrlichen Klangteppich, ohne jemals zu laut zu werden. Seine häufigste Geste war das reduzieren!

Die Ariadne von Soile Isokoski war wunderbar, besonders ihre Tiefe war beeindruckend, man merkte in kurzen Momenten, dass sie nicht mehr die Jüngste ist. Dazu ein großartiger Bacchus (Johan Botha). Sicher einer der Besten derzeit. Sein kaum vorhandenes Spiel macht da ja nichts aus! Dazu als Dritte eine Zerbinetta (Daniela Fally) die in Spiel und Koloratur wohl nicht zu toppen ist. So charmant und witzig, aber auch verliebt sie agiert! (Langer Applaus nach ihrer Arie auch von Orchester und Dirigenten). Sophie Koch ist ein sehr guter  Komponist, mir scheint jedoch, dass ihre Stimme schon ein bisserl zu schwer für die Rolle wird. Es fehlt die ein wenig die jugendliche Unbekümmertheit.

Die Nymphen (Valentina Nafornita (Najade), Rachel Frenkel (Echo), Olga Bezsmertna (Dryade)) waren die größte Überraschung, so homogen und zart habe ich sie selten gehört.

Auch die Komikertruppe trägt das ihre zum Gelingen des Abends bei. Hervorzuheben ist Benjamin Bruns (Brighella).

Im Vorspiel glänzen Jochen Schmeckenbecher als  Musiklehrer sowie Norbert Ernst als Tanzmeister.

Köstlich wie immer der geliebte Peter Matic als Haushofmeister!

Gottseidank gehen wir am Mittwoch noch einmal!

Es zahlt sich aus einen Weltklassedirigenten zu engagieren. Leider ist er in nächster Zeit nicht mehr in Wien zu hören.
 

Freitag, 10. Oktober 2014

Roberto Devereux, 9. Oktober 2014, Staatsoper

Nach der Enttäuschung des Vortages wieder ein echtes Highlight!! Nach einer furchtbaren Premierenbesetzung eine grandiose Repertoireaufführung. Im Zuschauerraum viele "Einheimische"


Man muss sagen, dass Edita Gruberova eine wirklich grandiose Künstlerin ist. Mit ihren knapp 68 Jahren immer noch eine wirklich beeindruckende Vor- und Darstellung.
Daneben wurde nicht gespart und wirklich hervorragendes aufgeboten. Ein spanischer Tenor, Celso Albelo mit Schmelz und Hohem C, ein grosser Bariton Paolo Rumetz und vor allem ein Dirigent, Andriy Yurkevych der dem ganzen noch den richtigen Rahmen gibt, er begleitete besonders Sängerfreudig. Ein bisserl fiel hingegen Monika Bohinec ab, wobei sie im Laufe des Abends immer besser wurde.
Die Inszenierung gibt nicht viel her, aber das ist auch dem Stück geschuldet.


Großer berechtigter Jubel

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Ideomeneo, 8. Oktober 2014, Staatsoper

Leider ein trauriger Abend, wir sind in der ersten Pause gegangen.
Der Dirigent hat herumgefuchtelt und nichts hat gepasst, unsichere Einsätze allerortens, die Geigen haben gekratzt und die fast alle Sänger eigentlich nicht Mozart gesungen. Aber darüber breite ich einen Mantel des Schweigens.


Hingegen hat mir die Inszenierung (jedenfalls der 1. Akt) sehr gut gefallen. Die hängenden Gefangenen, die variable Bühne und auch die Personenführung waren sehr gut. Die Wiedersehensszene war dadurch wirklich stimmig.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Salome, 7. Oktober 2014, Staatsoper

Schon wieder Salome!
Es war ein spannender Abend.
Folgende Unterschiede zum Samstag:
Leider spielte das Orchester zu laut, daher waren die Sänger leider nicht immer zu hören. Dirigent Alain Altinoglu
Alle spielten befreiter und intensiver, daher war die Spannung auch größer. Vor allem Lise Lindstrom beeindruckte durch ihre Präsenz und riss alle mit, insbesondere Alan Held (Jochanaan). Wolfgang Ablinger-Sperrhacke war ein hervorragender Herodes, klare helle Stimme und tolles Spiel.

Montag, 6. Oktober 2014

Die Vögel, nach Aristophanes, 5. Oktober 2014, Volkstheater

Die Vögel als wunderbare Parabel, intelligent zusammengestrichen und bearbeitet und mit modernen Vokabular versehen. Wir haben gelacht und es war schaurig.
Aber Renate Wagner im Neuen Merker hat alles dazu gesagt, deshalb verweise ich nur dorthin:
http://www.der-neue-merker.eu/wien-volkstheater-die-voegel

Salome, 4. Oktober 2014, Staatsoper

Ein wirklich sehr schöner und gelungener Repertoireabend.
Beginnend mit einem wunderbaren Dirigenten Alain Altinoglu, der das Orchester kraftvoll und klar spielen lies, dabei die Sänger nicht zudeckte. Er konnte die ganze Oper die Spannung aufrechterhalten. Dazu kamen wirklich ausgezeichnete Solisten. Die drei wichtigsten Protagonisten sangen wunderbar. Lise Lindstrom mit einem sehr schönen Sopran, der bei den vielen tiefen Stellen nicht verschwand; ihre darstellerische Leistung war wirklich großartig, selbst der Tanz (an sich eine fade Choreographie) war eine Augenwiese. Auch das Duett mit Jochanaan ein wirklicher Kampf. Man hatte den Eindruck, dass sie ihn fast herumbekommen hat. Wolfgang Ablinger-Sperrhacke war ein neuer Herodes, der nicht nur einen klaren und hellen Tenor hat, sondern auch darstellerisch überzeugte. Dazu noch ein sehr bedrohlich wirkender Jochanaan Alan Held. Besonders aufgefallen sind die Beschwörungen des Heilands. Der Rest wie immer sehr gut, besonders das Judenquintett mit allen bewährten Darstellern. Besonders erwähnt muss Alfred Sramek als 1. Soldat, wie immer eine Charakterstudie!

Freitag, 3. Oktober 2014

WSO, Jordan, 2. Oktober 2014, Konzerthaus

Das "offizielle" Antrittskonzert von Philippe Jordan mit Schuberts 1. Symphonie und Janaceks Glagolitischer Messe. Ein sehr spannender Abend, wobei mir der Schubert nicht optimal gefallen hat. Ich hatte das Gefühl, als ob Jordan Beethoven dirigieren wollte, die Kantilenen haben nicht gesungen, alles war ein bisserl hart.
Nach der Pause erstmals die Glagolitische Messe gehört. Ein wirklich tolles Werk, sehr spannend dirigiert und ein sehr guter Chor. Eine kleine Enttäuschung war Ricarda Merbeth, die vor einem Monat eine wunderbare Senta gesungen hat. Sie fand sich aber. Torsten Kerl war schwer zu beurteilen, da er eigentlich nur Forte oder eigentlich Fortissimo singen musste. Der Bass Alexander Vinogradov hat uns sehr  gut gefallen, zum Alt Marina Prudenskaja kann nichts gesagt werden, da sie zu wenig zum singen hatte. Hingegen war die Performance des Organisten Robert Kovács wunderbar gefallen. Das Nachspiel war einer der Höhepunkte des Abends.

Samstag, 13. September 2014

Kommentare - 13. September 2014

Da jetzt doch einige Besucher zu mir kommen, würde ich ich über den ersten Kommentar freuen.

Jetzt leider eine Pause, da ich zwei Wochen in Amerika herumtreiberisch tätig sein werde.

Freitag, 12. September 2014

La Fanciulla del West, 11.September 2014, Staatsoper

Der dritte Opernabend in dieser Woche und ein toller Abend.


Drei große Sänger, die diesen Abend getragen haben und zu einem Ereignis gemacht haben.


Am besten hat mir Tomasz Konieczny als Sheriff Jack Rance gefallen. Er wird immer besser und sein „speziellesTimbre“ verliert er immer mehr, was seiner Sangeskunst nur dienlich ist. Er war dämonisch und ein wirklich verzweifelt Liebender. Der Höhepunkt des Abends war die Szene mit Nina Stemme als Minnie, in der sie um ihre Leben gepokert haben. Über Nina Stemme muss man wenig sagen. Sie ist sicher eine der weltbesten dramatischen Soprane. So auch gestern! Als Dritter im Bunde sang Jose Cura den Dick. Wunderbar das Liebesduett im ersten Akt, stimmungsvoll und zärtlich. Leider wurde er sehr oft vom Dirigenten Graeme Jenkins oft zugedeckt, sodass sein Timbre oft nicht zu erkennen war. Das Orchester war leider oft zu laut, meist dann wenn Jose Cura gesungen hat.


Die anderen Rollen waren sehr gut besetzt, Alexandru Moisiuc hat mir schon besser gefallen, Carlos Osuna wird offensichtlich besser. Chor sehr schön!


Die erste Viertelstunde haben sie wieder zum „einspielen“ gebraucht, war ja die erste Aufführung dieser Serie!

Donnerstag, 11. September 2014

Rusalka, 10. September 2014, Staatsoper

Nach der ein wenig mißglückten Tosca ein rundum schöner Abend in Rusalka!
Das Orchester spielte so wunderbar böhmisch unter dem Dirigat von Tomáš Netopil. Er brachte richtigen Schwung hinein und es wurde so fein gespielt, die Sänger nie übertönt. Auffalend ist die Steigerung der Blechbläser.


Die drei Hauptrollen waren großartig. Olga Bezsmertna als Einspringerin war Piotr Beczala eine ebenbürtige Partnerin mit einen schlanken Sopran. Vor allem das Schlussduett war von einer gemeinsamen Zartheit! :) Es ist wirklich schön einen Weltklassetenor zu hören (vor allem im Vergleich zu Montag/Tosca). Da stimmt wirklich alles.
Dazu noch Günther Groissböck als Wassermann. Ein beeindruckender Sänger und Darsteller, besonders seine feine Höhe hat mich gefangen.


Daneben sehr gute Sänger, Janina Baechle als Jezibaba hatte einen ihrer besseren Abende, leider kommt sie nicht böse genug über die Rampe, Monika Bohinec eine sehr ordentliche fremde Fürstin.
Sehr schön haben die drei Waldelfen gesungen, wobei noch Valentina Nafornita hervorzuheben wäre (Dies ist wohl eine Rolle, die zu ihr passt)




Die Oper gefällt mir immer besser, obwohl ich nicht so ein Freund von Dvorak bin.




Ich denke, dass Netopil sowie die drei wichigsten Protagonisten den Abend zu einem bemerkenswerten gemacht haben

Dienstag, 9. September 2014

Tosca, 8.September 2014, Staatsoper

Gestern eine etwas enttäuschende Tosca. Sie ist nicht eine meiner Lieblingsoper. Ich mag sie nur, wenn wirklich erstklassig gesungen und gespielt wird. Sonst ist sie mir fad.
Das Dirigat (Paolo Carignani) bemüht aber nicht mitreißend, eine sehr ordentliche Floria Tosca (Adrianne Pieczonka) mit relativ viel Vibrato, aber gar nicht große Diva (sie hatte ich anders und viel schöner singend in Erinnerung), und ein viel zu braver, fast fader Scarpia (George Gagnidze), der gar nicht dämonisches an sich hat sowie ein Cavaradossi (Marcello Giordani),der wie angeschlagen geklungen hat, die höheren Töne alle geschrien und gepresst. Also ein Mix der uns nicht begeistert hat.
Bewährt und wunderbar Alfred Sramek  als Mesner, eine wunderbare Charakterstudie in einer kleinen Rollen. Einen runden und jungen Bass hat Ryan Speedo Green als Angelotti. Sicher die schönste Stimme des Abends.


Auch aus Übermüdung sind wir nach dem ersten Akt gegangen.


Am 11.9. in der Fanciulla del West schimpfte eine Besucherin über die Tosca: Eine Frechheit - furchtbar schlechter Opernabend

Freitag, 5. September 2014

Die vier Jahreszeiten (mit Ballett), 4. September 2014, Schloß Esterhazy, Eisenstadt

Wir gewannen 2 Karten für die Eröffnung der Haydn-Wochen in Eisenstadt gewonnen, daher viel (Polit)Prominenz anwesend.


Erstmals im Schloss Esterhazy in dem wunderschönen Saal mit herrlicher Akustik an einem lauen Spätsommerabend.




Ballett "Die Jahreszeiten"
Oklahoma Festival Ballet
Cappella Istropolitana
University of Oklahoma Chorale
Mara Mastalir, Sopran
Paul Schweinester, Tenor
Günter Haumer, Bariton
Mary Margaret Holt, Choreographie
Leitung: Richard Zielinski



Ein sehr ordentlicher Abend, der Dirigent sehr gut, die Sopranistin Mara Mastalir eine wirklich sehr schöne Stimme und auch interpretatorisch höchst erfreulich, die Männer leider nicht so gut. Der Chor sehr gut einstudiert und klanglich schön.
Das Ballett war sehr nett, erstaunlicherweise ein Solist war ein rd.190-195 großer Afroamerikaner mit besonders eleganten Bewegungen. Der Rest hat nett getanzt.







Donnerstag, 4. September 2014

Der fliegende Holländer, 3.September 2014, Staatsoper

Saisoneröffnung, endlich wieder regelmäßig in die Oper!
Der Beginn war vielversprechend. Eine großartige Senta, Ricarda Merbeth, wunderbare Stimme und eine sehr gute Darstellerin. Hat in der Höhe nie forcieren müssen, der Spannungsbogen ging immer in die Höhe, wenn sie gesungen hat. Bryn Terfel war ein leichte Enttäuschung für mich, obwohl sehr gut, aber offensichtlich dürfte mir sein Timbre nicht wirklich liegen. (Andere Meinungen Renate Wagner: "Ihn nun mit seinem dramatisch-rauen Bassbariton, der auch einfühlsamste Piano-Passagen bieten kann, als Holländer zu sehen, war ein Erlebnis, denn der düstere Held wirkt ihm wie auf den Leib geschnitten". Meine Frau: Herrlich und makellos)
Peter Rose (Daland) hat die Rolle wirklich drauf, ein Riesenvergnügen ihm zuzuhören, Norbert Ernst als Erik ist in den letzten Jahren gewachsen und erfreut, Benjamin Bruns
Der Dirigent Yannick Nézet-Séguin war mir etwas zu knallig, hielt aber die Spannung von Anfang bis Ende, war aber in der Begleitung sehr sensibel.
das Orchester spielte wirklich gut, die Bläser faktisch ohne Kiekser, die Einsätze waren äußerst präzise.
Der Chor muss auch extra gelobt werden, ausgezeichnet und der Staatsoper würdig.
Die darstellerische Präsenz und Interpretation war ohne Abstriche oder Schwachpunkte, alle boten in dieser Hinsicht Spitzenleistungen, die Inszenierung hat leider kleine Schwächen.


In Summe ein herrlicher Opernabend


Wir hoffen, dass dieser Standard gehalten werden kann.









Mittwoch, 13. August 2014

Ring in 24h -1.-3.August 2014 -Passionspielhaus Erl

Aus dem Neuen Merker/12. August 2014 zitiert und gekürzt und leicht abgeändert!


1. August 19:00 Uhr Rheingold:


Dirigent Gustav Kuhn hat uns (nach 2005) erneut auf die Probe gestellt und den legendären 24 Stunden-Ring als “Geburtstagsgeschenk” für Freund-Mäzen Hans-Peter Haselsteiner wieder aufs Programm gesetzt.


Wobei die 24 h eigentlich ein Marketinggag sind, denn das Rheingold begann am 1.August um 19h und die Götterdämmerung endete am 3.August um 17 h, sodass die ganze Unternehmung genau genommen 46 Stunden dauert. Wobei mir schon klar ist, dass für orthodoxe Wagnerianer das Rheingold nur der “Vorabend” ist – und für sie nur die restlichen drei Teile der Tetralogie den eigentlich “Ring” bilden. Der dann, so betrachtet, tatsächlich binnen den besagten 24 Stunden ablief.




Maestro Kuhn hat das Festivalorchester hinter einem durchsichtigen Gazeschleier auf stufenförmigen Podesten aufgestellt. Und das bleibt den ganzen Ring über so. Ich muss gestehen, dass ich den permanenten Anblick des gewaltigen Klangkörpers zunehmend als störend empfand und mich zb. die wunderschön ausgeleuchteten Harfenhälse stark vom eigentlichen Geschehen ablenkten.
Flo(h) Mir hingegen hat das sehr gut gefallen. Da ich ja meistens in Logen sitze und daher das Orchester sehe


Kuhn begründet die Maßnahme zwar mit dem fehlenden Orchestergraben und der Akustik des Hauses. Aber ganz mag man ihm in seiner Argumentation nicht folgen, hat man doch noch gut in Erinnerung, wie er in seiner Zeit in Macerata die Musiker im Sferisterio ebenso unübersehbar auf der riesigen Bühne thronen ließ. Es dürfte sich bei ihm um einen Orchesterchauvinisten handeln, dessen auf diese Art und Weise dargestelltes Dogma von der Zentralität der Musik zwangsläufig zur Überschattung des szenischen Geschehens davor führt. Denn sonst hätte ja, selbst wenn man dass Orchester aus welchen Gründen auch immer auf der Bühne platzieren muss oder will, nichts dagegengesprochen, dann wenigstens den Gazetrennschleier undurchsichtig zu machen.


Freitag. Der Vorabend also. Das Rheingold, obwohl als Ganzes länger als jeder einzelne Akt der Folgeopern, fühlt sich fast wie ein Spaziergang an.


Alle sind noch frisch, das Ende ist absehbar, die Aussicht auf ein gutes Abendessen und eine ganz normale Nacht mit genügend Schlaf entspannt alle Beteiligten.


Ein soignierter Wotan, ein hervorragender Loge, ein animalischer Alberich, eine alle überragende Fricka, eine beeindruckende Erda…


Es fängt also gut an, wenn auch einige ausländische Gäste, die offenbar noch keine Berichte über Erl gelesen oder diese nicht ernstgenommen hatten, von der szenischen Kargheit, um nicht zu sagen: Dürftigkeit, ziemlich schockiert sind. Es fallen so böse Worte wie Laien – und Kindertheater, die auf fahrbaren Pyramiden stehenden asiatischen Rheintöchter, die als Basketball – und Eishockeystars verkleideten Riesen gefallen gar nicht.
Flo(h) Leider war am Schluss ein markanter Spannungsabfall, ein Zerfall in kleine Teile




Alle zurück ins Hotel.


Samstag. Jetzt wird’s ernst. Jetzt geht’s los. Manche befällt die Angst vor der eigenen Courage. Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr.


17 h . Anfang Walküre. Es gibt einen neuen Wotan, die erste der drei Brünnhilden und erfreulicherweise dieselbe Fricka. Die Walküren radeln auf Mountainbikes herein, Hunding erschießt Siegmund, der Felsen ist ein Rundbett, das Feuer wird zu später Stunde von einer Kinderschar hereingebracht. Wotans Abschied, eine der ungeheuerlichsten Szenen der Opernliteratur, geht schwer zu Herzen. Man ist gleichzeitig erschöpft und erfüllt, hat im positiven Sinne eigentlich “genug” und denkt somit – trotz aller guten Vorsätze – daran, auch Abschied zu nehmen und den allseits ungeliebten Siegfried zu “spritzen”.
Flo(h) Im Gegenteil, wir hatten uns gerade erst eingehört




Nun gut, wir lassen uns breitschlagen, verschlingen noch schnell ein kleines Schnitzerl mit Preiselbeeren, stürzen in letzter Minute einen doppelten Espresso hinunter, und weiter gehts (zumindest für einen Akt, denkt man bei sich, dann könnte man ja noch immer gehen)…


Es ist dreiundzwanzig Uhr. Das Schwert wird geschmiedet, der Wanderer stellt seltsame Fragen, der Wurm wird getötet, das Waldvöglein singt…


Fafner Wunsch ” Lasst mich schlafen ! ” scheint jedoch mittlerweile auch dem vieler Zuschauer zu entsprechen bzw. von ihnen bereits in die Tat umgesetzt worden zu sein.


Und hat nicht Maestro Kuhn selbst höchstpersönlich die Genehmigung erteilt, das Waldweben als günstige Gelegenheit zum Wegbüseln zu benützen ?


Flo(h) Wir hatten nur ein kleines Tief verbunden mit einem kurzen Schläfchen im ersten Akt




Vor dem letzten Akt wird aber noch einmal die Red Bull Bar gestürmt, und so gedopt ist man fürs vorläufige Finale gerüstet.


Weise jede Menge Kissen eingefunden, Siegfried (mit einem Teddybärchen bewaffnet) macht die erstaunliche Entdeckung, dass das Weib kein Mann ist, und dann wird drauf los gejubelt, allerdings unter strikter Vermeidung, dem Partner in die Augen zu schauen. Zum orgiastischen Höhepunkt kommen viele kleine Kinderlein auf die Bühne und setzen sich, ihrerseits jedes mit einem Teddybärchen im Ärmchen, am Rand der Schlafstatt nieder. Verstehe das wer will. Auf alle Fälle ist es jetzt drei Uhr dreißig, und es ist fast vollbracht, denn zwei Drittel des Rings sind durchgesessen.
Was allerdings jetzt folgt, ist eine siebenstündige Pause, und das ist doch irgendwie feig.


Warum geht’s nicht gleich weiter ? Wenn schon, denn schon : Marathon !


Schlafen jetzt mit dem ganzen Koffein im System ? Und das noch im Hotel, wo man sicherlich ganz aus der schönen Stimmung gerissen werden würde ?


Wenn dann schon lieber vor Ort! Und man überlegt ernsthaft, die Couchen im neuen Festpielhaus oder die bereitgestellten grünen Liegstühle für eine Ruhepause zu benützen, so wie am Flughafen zwischen zwei Flügen…


Die unfreundliche Witterung zwingt  einen aber leider von solchen Plänen wieder Abstand nehmen.


Sonntag, 11 h vormittag. Alle Selbstversuchsteilnehmer sind wieder vollständig versammelt, geschneuzt und gekampelt und frisch geduscht. Es herrscht eine feierliche Atmosphäre wie vor der Sonntagsmesse, wie vor dem Hochamt.


Götterdämmerung also. Keine Lücken im Saal wie noch bei Siegfried, nein, alles bis auf den letzten Platz vollgerammelt.


Dessen ungeachtet : aufbrausender, nahezu nicht enden wollender Jubel, das Fallen des Orchester und Sänger trennenden Gazevorhangs, ein Kniefall des Präsidenten-Sponsors Hans-Peter Haselsteiner vor den Musikern. Applaus, Applaus, Applaus. Einen Teil davon spendeten die Überlebenden des Härtetests sicher auch sich selber für ihr doch außergewöhnliches Durchhaltevermögen.


Manch Zuschauer ging sogar soweit, sich als gebührende Anerkennung eine Urkunde zu wünschen, wie nach einem gelungenem Gorilla-Trekking, oder nach dem Blutspenden, oder eben wie nach einem Marathon…Wo man ja auch eine Art “Zeugnis”, einen seinen Enkeln zu zeigenden Beweis bekommt, irgendeinen Wisch, auf dem zumindest das Wort FINISHER steht.


Und dieses eine Wort haben sich an diesem 46stündigen Wochenende 1500 Leute wirklich redlich verdient.


Um in diesem Bild zu bleiben, gibt es hier für die Mitwirkenden ausnahmsweise keine Einzelbesprechungen, sondern nur ein “Zeugnis” mit Noten(zwischen 1 und 10)






Meine Noten in rot. Man kann die Sänger natürlich nicht mit den ganz großen Stars vergleichen. Meine Noten sind daher relativ zu verstehen


RHEINGOLD:
Michael Kupfer (Wotan) 8,  7
Hermine Haselböck (Fricka) 10,
Thomas Gazheli (Alberich) 9,
Johannes Chum (Loge) 9 7
Elena Suvorova (Erda) 9 


WALKÜRE:
Andrew Sritheran (Siegmund) 7, 6 Ein fescher Kerl, der allerdings merklich nachließ
Marianna Szikova (Sieglinde), 7
Vladimir Baykov (Wotan) 7, 9
Bettine Kampp (Brünnhilde) 7, 8
Hermine Haselböck (Fricka) 10


SIEGFRIED :
Michael Baba (Siegfried) 6,
Wolfram Wittekind (Mime) 8,
Thomas Ghazeli (der Wanderer) 10, 8
Bianca Tognocchi (Waldvogel) 9,
Nancy Weißbach (Brünnhilde) 7, 8
Elena Suvorova (Erda) 9


GÖTTERDÄMMERUNG :
Gianluca Zampieri (Siegfried) 9, 6 Ein lächerliches Männlein, ohne jedwedes Heldentimbre
Michael Kupfer (Gunther) 9,
Mona Somm (Brünnhilde) 8,
Susanne Geb (Gutrune) 8,
Andrea Silvistrelli (Hagen) 8,
Thomas Ghazeli (Alberich) 9


INSGESAMT:
Gustav Kuhn(Dirigent) 9
Orchester 10



Dienstag, 12. August 2014

Jedermann - 22. Juli 2014 - Salzburg, großes Festspielhaus

Zum zweiten Mal Jedermann nach 40 Jahren. Ein sehr schöner Abend im grossen Festspielhaus, leider nicht am Domplatz.
Eine höchst erfreuliche und gelungene Inszenierung mit sehr guten Schauspielern. Hervorzuheben Cornelius Obonya als Jedermann,  Peter Lohmeyer als Tod sowie Sarah Viktoria Frick als Werke. Obonya spielt weniger des großen Lebemann, denn den wandlungsfähigen und reumütigen Sünder. Seine großen Szenen sind gegen Schluss. Der Tod, der die ganze Tafel mit dem Tischtuch abräumt, ist beeindruckend und lässt das Ende spürbar werden. Die Werke, kostümbildnerisch hervorragend (als Schwache mit einer Puppe vor dem Körper, die sie dann weglegt) führen glaubwürdig die Änderung herbei.
Insgesamt eine schwungvolle Inszenierung, die wunderbar stimmig ist. Wir sind nachdenklich und begeistert weggegangen.

Montag, 7. Juli 2014

Gott des Gemetzels, 4. Juli 2014, Ramsau - TheaterQUARTETT Ramsau


In der Ramsau angekommen eröffnete uns unser Freund, dass wir ins Stadltheater gehen werden. Das Stück war „Gott des Gemetzels mit dem „TheaterQUARTETT Ramsau“, einer Laientruppe.

Wir wurden großartig unterhalten. Das Stück ist ein französisches Conversationsstück mit zwei Ehepaaren, die sich treffen, nachdem sich ihre Söhne geptügelt haben. Die Situation eskaliert immer mehr und mehr. Verfilmt wurde es von Roman Polanski mit Christoph Waltz, Jodie Foster, Kate Winslet und John C. Reilly.

Die Besetzung war rollendeckend. Die Schauspieler haben wunderbar gespielt, waren extrem textsicher und Inszenierung sowie Bühnenbild wunderbar passend. Ein herrlicher Abend weit über dem Laientheaterniveau

Käthchen von Heilbronn, 3. Juli 2014, Schloßfestspiele Perchtoldsdorf - Vorpremiere

Ein lauer und klarer Sommerabend in Perchtoldsdorf, ein schwieriges Stück. Was macht Maria Happel daraus? Ein teilweiser ernster, teilweiser sehr komischer Abend mit sehr guten Schauspielern in den Hauptrollen.
Das Stück ist sehr schräg und eigentlich nicht wirklich zu inszenieren, wir sind nach dem Abend aber mit einem guten Gefühl nach hause gegangen.
Das Bühnenbild sehr praktisch und einfach, die Einbeziehung der Burg funktioniert wunderbar. Leider gab es kein Feuer :(. Die Kostüme schräg und plakativ. Sie haben die Rollen gut erklärt und mit den Bedeutungen gespielt. Das weiße Kleidchen vom Käthchen, das Netzkleid von Kunigunde etc. Wirklich komisch waren die Reiterszenen!
Bestes Sommertheater!

Montag, 30. Juni 2014

Götterdämmerung, 29. Juni 2014, Staatsoper

Grandioser Abschluss der Saison 2013/14!!!


Die Helden  des Abends: Nina Stemme und Adam Fischer!


Die Götterdämmerung hat unsere Erwartungen übertroffen. Spannung ab der ersten Sekunde. Adam Fischer breitet das ganze Spektrum der Emotionen aus, wobei er ein ausgezeichneter Sängerbegleiter ist. Im Orchester waren fast nur junge Musiker, ich vermute viele Substituten, da die Philharmoniker noch nicht aus Sarajevo zurück waren.
Die drei Nornen boten einen ansprechenden Beginn, wobei Zoryana Kushpler ein wenig abfiel.
Aber dann ging es in die Vollen: Ein herrliches Abschiedsduett Siegfried (Stephen Gould) - Brünnhilde (Nina Stemme). Das Gibichungenpaar Gunter (Markus Eiche) mit herrlich samtiger Stimme war ein Fürst und ließ sich von Hagen nicht so leicht unterkriegen, Caroline Wenborne (Gutrune) bot ihre bisher beste Leistung.
Auch Janina Baechle (Waltraute) übertraf meine Erwartungen und sang ungeheuer intensiv.
Der Hagen von Attila Jun war von warmem, kräftigen Bass, ein wenig mehr dämonische Tiefe wäre wünschenswert. Er ist neu in der Inszenierung und sein Spiel noch nicht so frei. Sein Vater Alberich (Jochen Schmeckenbacher) sang wohltönend. Die Rheintöchter sangen schön und gut.
Die Inszenierung hat sich gut eingespielt und wird uns wohl noch Jahre erhalten bleiben. Könnte schlechteres passieren. Auffallend in allen Teilen des Rings, dass die schauspielerische Leistung besser geworden ist.
Zum Schluss Riesenjubel, vor allem für Nina Stemme.
Erstaunlicherweise ein einsamer Buhrufer gegen Adam Fischer und das konsequent vom Auftrittsapplaus bis zum Schlussapplaus. Was will er uns sagen?





Freitag, 27. Juni 2014

WSO, Bolton, 26. Juni 2014, Konzerthaus

Ein ärgerlicher Abend. Ein Dirigent, der herumgefuchtelt hat, aber nur Knall und Lautstärke erzeugt hat. Dahinter Fadesse!  Die 2. Beethoven ist ja recht knallig, aber das hat sie sich nicht verdient. Unpräzise Einsätze; Kommentare eines Freundes: "War ich auf einer Probe".
Nach der Pause das Mozart-Requiem. Der Chor war gut einstudiert, allerdings wacklig in den Einsätzen, da der Dirigent so unpräzise dirigiert hat. Der Sopran meist ein bisserl zu tief, die Männerstimmen sehr ordentlich. Die Solisten schlecht; die Sopranistin mit dem stärksten Vibrato seit Flechl, der Tenor rau, der Bass (hat schon den Ochs in Wien gesungen) mit einem enttäuschenden Tuba mirum, fahl und das Gegenteil von grandios.
Sshade, ein schlechter Abschluss der Konzertsaison

Donnerstag, 26. Juni 2014

Siegfried, 25. Juni 2014, Staatsoper

Der Ring hat die Halbzeit überschritten und begeistert uns über alle Maßen. Ich finde ihn den bisher schönsten der letzten Jahre. Die Protagonisten, die schon mehrere Male dabei sind, haben sich alle zum besseren weiterentwickelt und haben die Produktion im Griff, sodass sie mehr aus ihren Rollen machen (können). Darüberhinaus sind mit Adam Fischer und Debütant Cornelius Meister zwei Dirigenten am Werk, die die Sängern wunderbar begleiten und die Emotionen wunderbar herausarbeiten.
Stephen Gould als Siegfried hat offensichtlich Kraft ohne Ende und singt mit einer wunderbaren Nina Stemme ein grandioses Schlussduett (bis dahin bleibt auch kein Wunsch offen).
Stemme und Konieczny sind sicher die besten in dieser Produktion seit 2009!
Herwig Pecoraro ist ein köstlicher Mime, verschlagen und kleingeistig, mit einem klaren hellen Tenor. Wie schon in der Walküre ist Tomasz Konieczny in der Rolle angekommen und ein wirklicher Gott. Seine Resignation am Ende ist glaubhaft.
Die kleineren Rollen (Erda - Baechle, Alberich - Schmeckenbacher, Waldvogel - Martinez) wunderbar besetzt. Langanhaltender berechtigter Jubel, auch für den Dirigenten.







Montag, 23. Juni 2014

Walküre, 22. Juni 2014, Staatsoper

Wieder ein wunderbarer Abend. Ein toller Dirigent Cornelius Meister, der den ganzen Abend spannend gestaltete und dabei nicht laut oder knallig musizieren lies. Das schlug auch auf alle Sänger durch. Er hat sich in eine Liga mit den Größen gespielt. Kein Bedauern, dass Geoffrey Tate abgesagt hat.
Ein Peter Seiffert, den die Stimme verließ und der mit Technik und Diziplin den ersten Akt bewältigte. Im 2.Akt sang dann als Einspringer Herbert Lippert sehr achtbar und gut.
Die meisten Protagonisten spielen jetzt schon öfter in dieser Inszenierung und statten ihre Figuren mit mehr Persönlichkeit aus. Besonders bemerkbar ist das bei Tomasz Konieczny, der endgültig beim Wotan angekommen ist. Seine Präsenz wird immer stärker. Erstmalig ist mir die Erzählung im 2. Akt ins Bewußtsein gerück, früher war sie eher fad, diesmal hörte ich gebannt zu. Nina Stemme ist sicher eine der besten Brünnhilden, sie harmonierte mit Konieczny hervorragend und die Duette der beiden waren authetisch. Man glaubte ihnen alle Gefühle.
Der erste Akt ein Ereignis, Ain Anger (Hunding) wird in dieser Rolle immer besser. Barkmin habe das erste Mal gesehen, sie war die bisher beste Sieglinde. Mehrmals lief mir der Schauer den Rücken herunter.
Nicht zu vergessen Elisabeth Kulman als Fricka, eine Frau auf Augenhöhe mit Wotan, darstellerisch präsent und stimmlich hervorragend.
Die Walküren ohne Ausfall, aufgeregt, wie es sich gehört.
Erstaunlicherweise gab es Buhrufe nach ersten und zweiten Akt für den Dirigenten????? Was hat der gehört?

Rheingold, 19. Mai 2014, Staatsoper

Rheingold, 19. Mai 2014, Staatsoper


Ein sehr schöner und runder Abend. Adam Fischer dirigierte mit Eleganz und Emotion. Das Orchester in Spiellaune, kaum Kiekser bei den Hörnern, präzise Einsätze. Die Nöte, Leiden und Freuden waren wirklich spürbar. Die Protagonisten waren hervorragend. Sie haben sich wirklich weiterentwickelt. Norbert Ernst ist ein großartiger Loge, Tomasz Konieczny hat sich vom Alberich entfernt und ist ein grosser Gott. Elisabeth Kulman ist Fricka, eine ebenbürige Partnerin Wotans. Alberich (Jochen Schmeckenbacher) hat zwar einen fast zu schönen Bariton, färbt ihn aber sehr zu der widerlichen Kreatur. Herwig Pecoraro ein stimmiger Mime, bei den Rheintöchtern zwei sehr schön, leider abfallend Alisa Kolosova (Alt). Die Riesen beeindruckend.
Die Inszenierung gefällt mir immer besser, ohne Schnörksel und sehr gute Personenführung. Die Sänger können singen und füllen jetzt auch die Rollen wirklich aus.

Klavierduoabend Gvantsa&Katia Buniatashvili , 18. Juni 2014, Musikverein

Klavierduoabend Gvantsa&Katia Buniatashvili , 18. Juni 2014, Musikverein


Ein sehr entspannender Abend der Virtuosität. Es begann mit der f-Moll Phanrasie für vier Hände von Schubert. Ein sehr intimer Vortrag und sehr lucide gespielt. Langsam genug in den lyrischen Teilen, zupackend in den Dramatischeren. Dann nur noch Virtuoses: Suite von Rachmaninov, Gershwin Progy&Bess Suite und La Valse. Herrlich gespielt, mit Verve und Eleganz. Zugaben ein Jazzstück und Brahms ung. Tanz. Wir sind ganz beschwingt von dannen gezogen.
Der Gläserne Saal war komplett ausverkauft.

Montag, 16. Juni 2014

Ariadne auf Naxos, Staatsoper, 15. Juni 2014

Ariadne auf Naxos, Staatsoper, 15. Juni 2014


Die zweite Aufführung der Serie zum 150. Geburtstag von Richard Strauss.
Ein teilweise sehr erfreulicher Abend mit einem schlechten Ende. Kommen wir als ersten zu den Positiva. Ein neuer Komponist mit wunderschöner klarer, heller fast schon sopranöser Stimme, Kate Lindsey, die in dieser Inszenierung mit Happyend belohnt wird. Daneben eine wunderbare Daniela Fally als Zerbinetta, kokett und herrlich bei Stimme. Sowohl Augen- als auch Ohrenweide. Von den Hauptdarstellern Emily Magee als Ariadne war leider nicht so gut bei Stimme, sie lies immer mehr nach und war nicht mehr sehr schön ab der Zerbinetta-Arie. Klaus Florian Vogt als Bacchus eine herbe Enttäuschung (vielleicht weil wir bei der Festaufführung  etwas anderes erwartet haben). Die Circe-Rufe leise, das sehr eigene Timbre nicht rollendeckend, die Spitzentöne fast alle auslassend.
Die Nebenrollen teilweise luxuriös besetzt. Hervorzuheben Jochen Schmeckenbecher als Musiklehrer und Norbert Ernst als Tanzlehrer sowie Clemens Unterreiner als Harlekin. als Haushofmeister ist grandios, wie er erst seinen eigenen Löffel zum Kaviarprobieren verwendet, dann jedoch den allgemeinen. Er passt sich seinem neureichen Hausherren wirklich an.
Franz Welser-Möst  dirigiert merklich schwungvoller und emotionaler. Das Orchester klingt wunderbar und ohne Fehl und Tadel.

Feuersnot, Volksoper, 14. Juni 2014

Feuersnot, Volksoper, 14. Juni 2014


Nun also Feuersnot, ein Frühwerk Strauss´, das immer noch im Banne Wagners steht und mit vielen Anspielungen und Zitaten garniert ist, meist witzig. Eine dankenswerte Initiative der Volksoper zum 150. Geburtstag.
Eine konzertante Aufführung, das Orchester saß auf der Bühne, die Sänger und die Chöre standen davor. Sie hatten Auftritte und gruppierten sich richtig, sodaß die Handlung verständlich war. Die Dekoration und das Bühnenbild fehlten gar nicht (Vielleicht ist es auch besser so!!)
Das Volksoper spielte sehr schön auf, insbesondere das große Zwischenspiel am Schluss gelang hervorragend. Die Chöre waren ausgezeichnet, besonders der Kinderchor.
Die Sängerin der Diemut  Kristiane Kaiser sang sehr wirklich sehr schön, hingegen hatte Dietrich Henschel als Kunrad zu wenig Höhe und Tiefe, er klang da etwas angestrengt - schade.
Der Rest war im großen und ganzen gut, positiv hervorzuheben wären Martina Mikelic , Roman Sadnik und Yasushi Hirano.


Siehe auch:
http://www.operinwien.at/werkverz/strauss/afeuer.htm


http://www.der-neue-merker.eu/wien-volksoper-feuersnot-konzertante-premiere





Freitag, 13. Juni 2014

Quartettabend Belcea-Quartett, Konzerthaus, 12. Juni 2014

Quartettabend Belcea-Quartett, Konzerthaus, 12. Juni 2014


Das Belcea-Quartett ist noch besser geworden. Offensichtlich hat der Primgeigerin Schwangerschaft/Geburt sehr gut getan, ihr Ton ist runder und weicher geworden. Sie attackieren lange nicht mehr so wie früher. Der Mozart war wirklich sehr schön, ein sehr interessantes Stüpck. Der Britten hat mir gut gefallen, war aber nicht so wirklich meines. Der Schostakowitsch hingegen schon.






Interpreten
Belcea Quartet, Streichquartett
Corina Belcea, Violine
Axel Schacher, Violine
Krzysztof Chorzelski, Viola
Antoine Lederlin, Violoncello
Programm
Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett D-Dur K 499 «Hoffmeister-Quartett» (1786)
Benjamin Britten
Streichquartett Nr. 3 op. 94 (1975)
             ***
Dmitri Schostakowitsch
Streichquartett Nr. 14 Fis-Dur op. 142 (1972-1973)

Montag, 9. Juni 2014

Fadinger, Musiktheater Linz, 6. Juni 2014

Fadinger, Musiktheater Linz, 6. Juni 2014


Ich bin ohne Vorbereitung in das Musiktheater in Linz. Rudimentäre Kenntnisse über Stefan Fadinger waren vorhanden. Ich wurde positivst überrascht. Eine ganz starke, aber sehr bedrückende Oper über den Bauernaufstand im Jahr 1626. Das Libretto von Franzobel sehr stark, relativ kurze Szenen und sehr eindringlich geschrieben. Dazu eine packende Musik, die die Tragik des Stücks unter die Haut gehen ließ. Der erste Akt war wesentlich bedrückender, ohne Pause mitreissende und aggressive Musik, der Komponist entließ den Zuschauer bedrückt in die Pause. Der zweite Teil mit den Katastrophen und dem anschließenden Schlußteil war wesentlich lyrischer und so konnte man doch nicht komplett fertig das Musiktheater verlassen. Obwohl der Teil nach dem Tod Fadingers ein bisserl überflüssig war. Vielleicht wäre es besser gewesen, das Stück mit dem Tod Fadingers enden zu lassen und es ohne Pause zu spielen.
Die Inszenierung in einem Einheitsbühnenbild war eindrucksvoll, die Geschehnisse liessen sich gut nachvollziehen. Die Personenregie wirklich sehr gut. Unter den Sängern/Schauspielern wären die drei Bauernführer sowie Graf Herberstorff (Countertenor) besonders herauszuheben.
In Summe ein eindrucksvoller und sehr spannender Opernabend. Das Musiktheater Linz war in Parterre recht voll, im 1. Rang ziemlich leer, schade! Aber das Stück ist wohl nichts für schwache Nerven.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Les Contes d'Hoffmann, Staatsoper 4. Juni 2014

Les Contes d'Hoffmann, Staatsoper 4. Juni 2014


Noch einmal Hoffmann! Diesmal allerdings mit Neil Shicoff. Er war leider sängerisch eine Enttäuschung. Die wunderbare Darstellungskunst war nicht begleitet von einer entsprechenden sängerischen Leistung. Falsche Töne und eine sehr schwache Klein-Zack-Erzählung. Er erfing sich dann, aber es war kein Vergnügen. Dazu war sein Timbre noch ausgeprägter als sonst.
In dieser Aufführung haben die meisten Anderen auffallend besser gesungen als bei der letzten Vorstellung. Der absolute Höhepunkt war Daniela Fally, so schöne und leichte Koloraturen gepaart mit einer großartigen Darstellung. Daneben Marina Rebeka  als wunderbare Antonia. Auch ihr Vater und ihre Mutter haben diesmal entsprochen. Thomas Ebenstein hatte auch einen viel besseren Tag, als Frantz sogar Szenenapplaus. Stephanie Houtzeel als Muse/Niklausse diesmal in hörbar besserer Verfassung, auch in den Bewegungen fließender und präsenter. Ildar Abdrazakov war diesmal viel böser und daher authentischer.
Wahrscheinlich hing dies mit dem diesmal erstaunlich inspirierten Dirigat von Marko Letonja zusammen.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Die letzten Tag der Menschheit, Volkstheater, 3. Juni 2014

Die letzten Tag der Menschheit, Volkstheater, 3. Juni 2014


Also jetzt die letzten Tage der Menschheit im Jubiläumsjahr. Ein ganz unterhaltsamer Abend in 100 Minuten. Die Bühne war das Beste des Abends, von den Schauspielern haben mich nur wenige überzeugt (vornehmlich die Älteren). Da alle dauernd unterschiedliche Rollen spielen sind die Namen den Schauspielern nicht zuordenbar. Die Auswahl der Szenen war nicht wirklich schlüssig. Vor allem war es häufig schwer festzustellen, wer gerade an der Reihe war. Meist war nur ein großes Gewusel auf der Bühne ohne jedwede Gliederung. In Summe ein eher mäßiges Potpourri samt entbehrlichen musikalischen Einlagen. Es wurde wieder einmal ein Chance verpasst.
Es scheint allgemein die Tendenz zu sein, Theaterabend auf unter 2 Stunden zu kürzen. Maria Stuart in 100 Minuten (sogar inkl. Pause), jetzt wieder nicht länger. Glauben sie, dass die Zuschauer nicht länger aushalten? Oder fällt das dem Sparen durch kürzere Probenzeiten zum Opfer? Oder?

Donnerstag, 29. Mai 2014

Die Präsidentinnen (Werner Schwab), Volkstheater - 28. Mai 2014

Die Präsidentinnen (Werner Schwab), Volkstheater - 28. Mai 2014


Werner Schwab ist ein deftiges Stück, eigentlich grauslich, Elisabeth hat es überhaupt nicht gefallen, ihr war es zu fäkalorientiert. Ich fand es sehr gut, direkt und ohne Schnörksel. Die Inszenierung auf einer Treppe, die bis in den Zuschauerraum hinuntergezogen war, hat sehr gut gepasst.Die drei Schauspielerinnen spielten mit vollem Einsatz und sehr gut. Sie brachten die Steigerung des Stückes gut heraus. Die Träume und Verzweiflung kamen sehr gut heraus. Am Ende waren die Schauspielerinnen sehr glücklich, vielleicht war irgendein Ereignis??

Dienstag, 27. Mai 2014

Les Contes d'Hoffmann, 26. Mai 2014, Staatsoper

Les Contes d'Hoffmann, 26. Mai 2014, Staatsoper
Das erste Mal Hoffmann - Ein schönes Erlebnis!

Leider stand am Pult der Slowene Marko Letonja, der wenig inspiriert bis fad die Vorstellung dirigierte, aber er richtete keinen Schaden an. Besonders die Streicher waren davon betroffen. Die Sängerschar hingegen ließ sich davon nicht abhalten meist sehr schön zu singen.
Hervorzuheben wäre Yosep Kang der trotz seiner Jugend schon einen wunderbaren Hoffmann gesungen hat. Die Spitzentöne sitzen, die Kraft reicht locker aus, sein Timbre ist klar zu erkennen. Die Ausstrahlung wird mit dem Alter noch kommen. Daneben sang Stephanie Houtzeel eine Muse/Niklausse, die ein wenig zu wünschen übrig lies, sie ist ein bisserl ein Leichtgewicht mit einer an sich sehr schönen Stimme, jedoch etwas eigenartigen Bewegungen (ist mir schon z.B. schon im Rosenkavalier aufgefallen). Ildar Abdrazakov sang sehr schön, aber er ist nicht böse genug und man hatte nie das Gefühl, dass er die Handlung steuert.
Die Damen waren alle drei sehr gut. Am besten hat mir Daniela Fally gefallen, federleichte Koloraturen, die Stimme klang wirklich wie die einer Puppe. Marina Rebeka  sang eine sehr laute, manchmal sogar schrille Antonia (allerdings mit fast keinem Vibrato). Nadia Krasteva mit Einsatz weiblicher Mittel eine sehr ansprechende Giulietta.
Thomas Ebenstein kam ganz gut durch seine Rollen, die Eltern von Antonia waren leider zu vergessen.


Die Inszenierung ist sicher eine der wenigen ausgezeichneten der modernen Ära. Ich freue mich schon auf das nächste Mal. Hoffentlich mit Neil Shicoff.

Hier ein Link zum Neuen Merker:
http://www.der-neue-merker.eu/wien-staatsoper-les-contes-dhoffmann-4 




Marko Letonja | Dirigent


Yosep Kang| Hoffmann


Stephanie Houtzeel | Muse/Nicklausse


Ildar Abdrazakov | Lindorf/Coppélius/Miracel/Dapertutto


Thomas Ebenstein | Andrès/Cochenille/Frantz/Pitichinaccio


Daniela Fally | Olympia


Marina Rebeka | Antonia


Nadia Krasteva | Giulietta


Donna Ellen | Stimme der Mutter


Michael Roider | Spalanzani


Carlos Osuna | Nathanael


Walter Fink | Crespel


Janusz Monarcha | Luther


Mihail Dogotari | Hermann


Tae-Joong Yang | Schlémil




Montag, 26. Mai 2014

WSO - Abokonzert 25. Mai 2014; Konzerthaus

WSO - Abokonzert  25. Mai 2014; Konzerthaus


Interpreten
Wiener Symphoniker, Orchester
Simone Young, Dirigentin
Programm
Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1811-1812)
             ***
Johannes Brahms
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73





Ein sogenanntes "Reisserprogramm" und der Abend war auch so. Ein sehr gut disponiertes Orchester und knallige Töne. Simone Young hat alle Register gezogen und die Symphoniker sind ihr gefolgt. Die großen Bögen sind nicht Young wirklich gelungen, dafür waren die Details sehr gut herausgearbeitet. Es hat alles sehr virtuos geklungen. Leider waren die Pauken etwas zu dominant und laut, das geht subtiler. Beide Werke sind zwar nicht die meistgespielten, ich habe sie jedoch sehr gerne. Fröhliche und beschwingte Symphonien.





Samstag, 24. Mai 2014

Lange Nacht der Kirche, 23. Mai 2014

Als erstes besuchten wir einen sehr eigenartigen Vortrag in der Rochuskirche (3. Bezirk) und blieben nur um noch die neueröffnete Krypta zu sehen. Diese bot ein paar schöne Fresken und einen verdeckten Brunnen mit Knochen. Ich musste natürlich ein Brett heben um hineinzuschauen. Dann gingen wir in die Elisabethkirche und Elisabethinenspital. Eine wunderschöne kleine Kirche, ein bezaubernder Hof und eine sehr gut erhaltene Apotheke aus dem frühen 18. Jhdt. Dann benötigten wir eine Stärkung mit Würsteln (Wildwürstel aus der Gaal, Stmk), Bier und Wein im Heiligenkreuzerhof. Weiter ging es über die Andreaskapelle im Erzbischöflichen Palais (nur der Altar anschauenswert) in die Stephanskirche. Dort erwartete uns die Faden- & Lichinstallation, die uns sehr beeindruckte. Abschließend besuchten wir Stanislauskapelle, ein echtes Kleinod. Leider war sie überfüllt, sodass wir nur einen Blick hineinwerfen konnten. Wir werden sie aber sicher wieder besuchen.
Ein herrlicher lauer (Sommer)Abend mit sehr lieben Freunden.

Freitag, 23. Mai 2014

Die Schöpfung, 22. Mai.2014, Jesuitenkirche

Die Schöpfung, 22. Mai.2014, Jesuitenkirche


Gestern hat das Ensemble sicher einen der besten Leistungen geboten, die ich bisher von Ihnen gehört habe. Die Solisten waren allesamt sehr gut. Cornelia Horak hat diesmal makellos gesungen, keinerlei Tremolo und fast keine Schärfe in der Höhe, Gernot Heinrich (Tenor) hat ein tenorales Timbre, das für Oratorien sehr geeignet ist, Klemens Sander (Bariton) war wie immer großartig. Besonders zu loben ist der Chor, der zeigen konnte, was mit ein bisschen Proben möglich ist. Außerdem hat er die Schwächen, insbesondere des Soprans, die durch einen massiven Personalwechsel im Herbst entstanden sind, ausgemerzt. Die Balance zwischen den Stimmen passt wieder perfekt. Besonders auffallend waren die präzisen Einsätze und der farbenreiche Ton.
Ich habe das Werk zum ersten Mal gehört und bin begeistert. Haydn, der mir früher nicht so gelegen ist, gefällt mir immer besser und auch ein ganzer Abend mit seiner  Musik ist wirklich schön.

Montag, 19. Mai 2014

Norma, Staatsoper, 17. Mai 2014, Staatsoper

Norma, Staatsoper, 17. Mai 2014, Staatsoper

Ein sehr schöner Samstagabend mit Norma. Maria Pia Piscitelli eine eher lyrische als dramatische Norma, hervorzuheben wäre ihre kraftvolle Stimme in der Tiefe, dafür in der Höhe leider Schärfen. Nadia Krasteva als Aldigisa eine sehr gute Gegenspielerin, sehr erfreulich. Massimo Giordano ein sehr lyrischer Pollione, nicht Rollendeckung, aber im Finale sehr berührend. Dan Paul Dimitrescu wird eindeutig viel zu wenig in großen Rollen eingesetzt. Er hat eine sehr schöne Stimme. Sehr animiertes Dirigat von Andriy Yurkevych.
Die Anordnung bei konzertanten Aufführungen sollte überdacht werden. Offensichtlich sind die Sänger auf der Galerie nicht zu sehen!! In den hinteren Logenplätzen dafür sehr gut. (wer zahlt mehr??) Diese Oper passt gut für in diesem Setting, allerdings sollten auch die Herren Ihre ROllen auswendig singen, da dann zumindestens ein wenig Action sein kann. Die Damen konnten dadurch ein wenig agieren, was die Vorstellung lebendiger machte.




Freitag, 16. Mai 2014

La Clemenza di Tito, Staatsoper, 15. Mai 2014, Staatsoper

La Clemenza di Tito, Staatsoper, 15. Mai 2014, Staatsoper


Die erste Aufführung der aktuellen Serie (das bedeutet immer eine gute Viertelstunde Einspielzeit bis die Koordination zwischen allen passt). Ein schöner Abend getrübt durch die wirklich eigenartige Ausstattung und Regie von Jürgen Flimm. Adam Fischer ist ein wunderbarer Animator, der von Beginn an spannendes und interessantes Theater macht. Die Sänger durchwegs jung und schön anzuschauen. Die Stimmen meist sehr gut geführt.  Toby Spence als Titus leider ein bisserl zu leise (Nein, das Orchester hat nicht zu laut gespielt), Véronique Gens als Vitellia schöne Tiefe, in der Höhe ein wenig schrill und braucht am längsten um in Fahrt zu kommen, Valentina Nafornita als Servilia wie immer hübsch anzuschauen, diese Rolle passt besser zu ihr; Michèle Losier als Sesto ist die Beste des Abends, schönes Material und große Bühenpräsenz sichern ihr den lautesten Applaus; die schönste Stimme hat Margarita Gritskova als Annio, Alessio Arduini als Publio singt schön und fällt nicht auf.
Viel Applaus des Abonnementpublikums, allerdings recht viele Plätze leer (Sturm und Regen), die Stehplätze gähnend.