Donnerstag, 27. November 2014

Molière, Amphitryon, 26. November 2014, Volkstheater

Ein sehr lustiger Abend im Volkstheater. Eine flotte Inszenierung des Amphitryon von Molière in einer aktualisierten Fassung. Das Stück ist wirklich lustig, die Situation, dass Doppelgänger da waren/sind und die wahren Gestalten nicht dahinter kommen birgt viele komische Situationen, die wahrlich genützt werden.
Martina Stilp spielt eine verwirrte bzw. rachsüchtige Alkmene, Thomas Groß ist als Jupiter ein herrlicher Verführer, Roman Schmelzer spielt den ratlosen Amphitryon.
Den Vogel schoss aber Matthias Mamedof als Sosias ab. In der Rolle, die auch Molière spielte, zog er alle Register und bekam auch berechtigt den größten Applaus. Der Merkur von Rafael Schuchter imitierte in köstlich. Andrea Bröderbauer als Cleanthis viel ein wenig ab.
Jetzt im Haupthaus in einer gut besuchten Vorstellung zu sehen.
Wirklich gelungen!

Montag, 24. November 2014

Le Nozze di Figaro, 22. November 2014, Staatsoper

Also ging es nach dem Philharmonischen nach einem kleinen Imbiss noch in die Staatsoper und wir wurden wirklich belohnt. Endlich und seit langem wieder ein wirklicher Mozartabend, wo auch Mozart drin war. Eine ausgeglichene sehr gute bis ausgezeichnete Besetzung angeführt vom Dirigenten Sascha Goetzel und einem befreit aufspielenden Orchester. Schon vom ersten Ton an war die Freude spürbar. Dazu eine sehr gute Besetzung, die Damen Olga Bezsmerta und Anita Hartig sangen fröhlich, berührend und souverän, dazu ein animiertes Spiel (sie sind sehr ähnlich, daher passt es auch mit dem Verwechslungsspiel am Ende sehr gut). Ergänzt durch zwei unterschiedliche Baritone, man konnte sie wirklich unterscheiden. Luca Pisaroni ist zum Grafen herangewachsen, Adam Plachetka ein sehr stimmgewaltiger Figaro. Die einzige, die ein bißchen schwächer war, war Rachel Frenkel als Cherubino. Allerdings sang Daniela Fally die kleine Rolle der Barberina - echter Luxus!
So ging ein langer Samstag beschwingt, fröhlich und sehr erfreulich zu Ende!

Wiener Philharmoniker, Bychkov, Gerstein, 22. November 2014, Musikverein

Ein Geschenk, das man nicht ablehnen kann. So gingen wir schon am Nachmittag ins Philharmonische. Semyon Bychkov machte daraus wirklich ein Ereignis. Sie spielten ein ausschließlich russisches Programm. Zu Beginn die Valse-Fantaisie von Glinka, sehr beschwingt und heiter. Dann das 2. Klavierkonzert von Schostakowitsch. Ein herrlicher Kirill Gerstein perlte durch dieses Werk. Klare Strukturen und ein durchsichtiger Klang, dazu ein Orchester, das ihn in keiner Weise zudeckte. Nach der Pause dann die 6. Symphonie (Pathetique) von Tschaikowsky. Spannend und energiegeladen, nie fad oder süßlich. Man lernte sie als kraftvolles Werk kennen mit starken Klangblöcken und schroffen Kanten. Großer Applaus!

WSO, Bunitiashwili, Jordan, 21. November 2014, Konzerthaus

Ein neues Format wurde im Konzerthaus ausprobiert. Ein relativ kurzes Konzert (100 min) und dann noch Musik in der unteren Halle. Uns hat das sehr gut gefallen, vor allem war die Halle sehr stimmungsvoll ausgeleuchtet. Es blieben auch fast alle Besucher da, so dass die Halle gesteckt voll war. Unten wurde erst ein paar "Reißerstücke" von Bunitiashwili und Jordan gespielt, sehr unterhaltsam und dann präsentierte sich eine Jazzformation aus Symphonikern.
Vorher wurde im großen Saal zu Beginn die 2. Schubert flott und klar musiziert. Anschließend eine sehr gute Solistin Katia Bunitiashwili im 2. Liszt Klavierkonzert, leider wurde sie etwas von Philippe Jordan zugedeckt. Zum Abschluss noch die sehr gute Tannhäuser-Ouvertüre.
Der Dirigent macht seine Sache sehr gut, aber irgendetwas fehlt.

Freitag, 21. November 2014

Rosenkavalier, 20.November 2014, Staatsoper

Rosenkavalier einmal anders. Kyrill Petrenko überrascht mit extremen Themen, da ist das Vorspiel rasend schnell (eine wilde Liebesnacht), manchmal sehr langsam (Marie-Theres!). Die Sänger kommen nicht immer mit. Aber das ist vielleicht der ersten Aufführung der Serie geschuldet. Wie viele Proben? Dadurch ist der Eindruck ein wenig ein aufundab!
Im Prinzip lauter Topleute, das Debüt von Alice Coote ist sehr gelungen. Die Stimme hat ein dunkles Timbre, welches wunderbar mit den hellen Stimmen von Isokoski und Chen Reiss kontrastiert. Sie brauchte im ersten Akt ein bisserl. Bei der Überreichung der Rose verhaute sie die erste Phrase. Im dritten Akt dann ein tadellose Leistung, als Marianderl besonders.
Soile Isokoski passt die Marschallin noch besser als die Ariadne. Der Schluß vom 1. Akt (Monolog und Duett) waren ganz große Klasse, vor allem das Duett hat mich tief berührt.
Chen Reiss hat einen sehr hellen und klaren Sopran, der wirklich zu dieser Rolle passt. Darstellerisch ist noch Luft nach oben.
Peter Rose überzeugte sängerisch und vor allem darstellerisch. Herrlich wie er, nicht ganz so derb wie gewohnt, die Szene beherrscht. Seine Höhe ist besonders schön, in der Tiefe hat er nicht viel Kraft, aber die Töne kommen schön.
Clemens Unterreiner gefällt mir immer besser als Faninal. Er ist wirklich in diese Rolle hineingewachsen.
Benjamin Bruns als Sänger hat mir gar nicht gefallen, die Höhe hat doch sehr gescheppert. Renate Wagner vom Online-Merker meint hingegen "Das glückliche Rollendebut des Abends war Benjamin Bruns in der Rolle des Sängers".
Der Rest des Ensembles agierte bewährt auf hohem Niveau. Köstlich natürlich Alfred Sramek als Notar und Polizeikommissär, Luxus Herwig Pecoraro als Wirt. Die Leitmeritzerin und Annina fallen aus diesem Lob heraus, sie waren leider ein Ärgernis.

Mittwoch, 19. November 2014

Hannes Ringlstetter, 18. November 2014, Stadtsaal Wien

Ein gewonnener Soloabend mit Hannes Ringlstetter, Niederbayer aus der Gegend von Straubing.
Der erste Teil war nett und unterhaltsam, aber auch nicht mehr, nach der Pause ist es dann gut bis sehr gut geworden. Kein politisches Kabarett, sondern eher ein Querschnitt durch alles mit leicht kritischen Untertönen. Leichte Unterhaltung

Montag, 17. November 2014

Chowanschtschina, 15. November 2014, Staatsoper

Die Premiere der wunderschönen Chowanschtschina hat uns musikalisch begeistert. Die Regie hat zwar ein unheimlich starken Beginn mit einem Gerüst, dass sich aufstellt und von dem die Asche der Toten fällt. Das Bühnenbild besteht aus zwei Hebebühnen hintereinander, auf denen je drei Plattformen übereinander angeordnet sind. Darauf und auf einem kleinen Aufzug im Vordergrund, treten alle auf, was für die die Chormassen sehr praktikabel ist. Allerdings wird dann fast nur statisches Stehtheater geboten. Dadurch kommen die Interaktionen zwischen den Sängern zu kurz. Am auffallendsten war es bei der Szene Emma -  Andrei Chowanski. Wie will er sie aus großer Entfernung vergewaltigen?? Dieses Szenario funktioniert nur am Beginn. Auch weil der Schreiber in dem Aufzug nur halb herauskommt! Gegen Schluss wird es banal, die persischen Tänzerinne ziehen sich bis auf die Unterwäsche aus (das ist ja okay) und auf ihren BHs steht etwas, das ab der dritten Reihe nicht mehr lesbar ist. Später gehen die Altgläubigen in Unterwäsche ins Feuer??? dabei schauen sie eigentlich nur lächerlich aus.


Kommen wir zum Positiven.


Musikalisch ist der Abend ein echter Reißer. Das Orchester spielt unter der Leitung von Semyon Bychkov auf wie man es sich wünscht. Die Sänger alle auf einem hohen Niveau. Feruccio Furlanetto strahlt als Chowanski Souveränität aus und kann seinen tiefen Fall glaubhaft darstellen. Ain Anger ist ein großartiger Dossifei, eine echte Überraschung wie er den Sprung zur großen Rolle geschafft hat, Elena Maximova bringt eine wunderbare helle und klare Stimme mit, die mit starker Ausdruckskraft der verschiedenen Anforderungen gerecht wird.
Dazu kommen noch Herbert Lippert, Andrzej Dobber, Norbert Ernst und Christopher Ventris. Für eigentlich kleine Rollen wirkliche Luxusbesetzungen. Erfreulich, dass so etwas möglich ist. Im Ensemble war wirklich keine Schwachstelle. Mir persönlich hat Caroline Wenborne nicht so gut gefallen, da ich offensichtlich Vibrato nicht hören mag (siehe auch Tannhäuser, Theorin).


Die beiden Chöre (Staatsoper, Slowakische Philharmonie) waren kaum zu übertreffen.


In Summe ein musikalisch grandioser Abend, die Inszenierung hoffentlich repertoiretauglich, in solcher Besetzung aber wahrscheinlich nicht immer zu hören.





Donnerstag, 13. November 2014

Duoabend Kutrowatz mit Peter Matic, 12. November 2014, Musikverein

Peter Matic las Texte von Thomas Bernhard, dazu spielten die Brüder Kutrowatz Musik von Glass & Bachchoräle.
Ein wirklich stimmiges Konzept im Gläsernen Saal. Schöne und nachdenkliche Gedichte von Thomas Bernhard, hervorragend gelesen von Peter Matic, dazu im ersten Teil großartige Musik von Glass. Nach der Pause waren Bachchoräle an der Reihe, die ersten nicht so gut arrangiert, der letzte wunderbar. Und zum Abschluss noch als Rausschmeißer ein virtuoses Klavierduo von Schostakowitsch. Die Brüder Kutrowatz spielten sehr passend.

Mittwoch, 12. November 2014

WSO, Noseda, Trifonov, 11. November 2014, Konzerthaus

Je Fuchteln desto fad


Ein schönes Konzert mit Abstrichen.


Das Programm ist ein echtes "Schlagerprogramm", leider wurde die Chance nicht genützt. Noseda deckte, vor allem im ersten Satz des 2. Rachmaninoff-Klavierkonzertes den Pianisten fast vollkommen zu, aber dem zweiten Satz ging es. Die Balance im Orchester hat auch nicht immer gepasst. Daniil Trifonov spielte sehr schön und innig und auch kraftvoll, hatte aber wenig Chancen auf Durchsetzung
Nach der Pause eine ganz schöne Scheherazade, leider die Harfe zu laut, die Sologeige mäßig schön, die Flötensoli naja, hingegen das Klarinettensolo wunderbar.














Wiener Symphoniker / Trifonov / Noseda
Mittwoch, 12. November 2014, 19:30 - ca. 21:30 Uhr
Interpreten
Wiener Symphoniker, Orchester
Daniil Trifonov, Klavier
Gianandrea Noseda, Dirigent
Programm
Sergej Rachmaninoff
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-moll op. 18 (1900-1901)
             ***
Nikolai Rimski-Korsakow
Scheherazade / Suite symphonique op. 35 (1888)

Dienstag, 11. November 2014

Oscar Wilde , 10. November 2014, Akademietheater

Eine beeindruckende One-Man Show mit Markus Mayer.
Das Stück ist verdichtete 75 min lang. Markus Mayer spielt alle Rollen, die Freunde und Diener sind eingespielt und werden auf kleine, auf einem Gestell verschoben montierte Leinwände projiziert.
Er bringt die Wandlung des eitlen jungen Dandys zum verzweifelten "Alten" wunderbar auf die Bühne. Eigentlich waren wir froh, dass es aus war. Wir sind nachher noch eine Zeitlang vor lauter Befangenheit stumm geblieben.

Montag, 10. November 2014

Dantons Tod, 7. November 2014, Burgtheater

Ein recht schöner Abend im Burgtheater mit zu viel Bewegung.


Ein starkes Stück, wobei der Regisseur nicht daran geglaubt hat. Er packt viel zu viel auf de Bühne und andauernd ist alles in Bewegung. Die Drehbühne dreht und dreht und dreht und dreht sich.


Die Schauspieler, angeführt von Joachim Meyerhof spielen wirklich herausragend, aber sie gehen in der Bühne unter. Die Drehbühne ist am Rand angefüllt mit verschiedenen Bauten, in der Mitte steht die Hinrichtungsstätte. Dazu ist die Bühne überseht mit Kleidungsstücken. Es ist auch nicht ersichtlich, wo man sich befindet, es ist alles beliebig, die Szenen gehen ineinander über.


Die Rettung sind die Schauspieler, einer besser wie der andere.


Der erste Monolog Dantons wird auf viele Schauspieler aufgeteilt, die überlappend sprechen, was der Verständlichkeit massiv abträglich ist. Er geht daher vollkommen unter.


Meine Frau hat die Augen zugemacht und dann war die Wirkung da, mein Bruder und seine Frau fanden es grässlich!









Donnerstag, 6. November 2014

Barbier von Sevilla, 5. November 2014, Staatsoper

Eine sehr schöne Repertoirevorstellung, ein animiertes Dirigat, ein sehr gutes Ensemble aus dem Gritskova als Rosina hervorstach. Der Graf mit einem sehr hellen schönegeführten Tenor, sehr gut Plachtetka, weniger der Barbier.
Leider war ich sehr müde, sodass ich zur Pause gegangen bin.

Montag, 3. November 2014

Sonntag, 2. November 2014

Turandot, 31. Oktober 2014, Volksoper

Ein Abend eher zum Vergessen, ausgenommen dem Chor, der wirklich ausgezeichnet gesungen und gespielt hat.
Leider hat Neil Shicoff jetzt endgültig die Schwell zum nicht mehr singen überschritten, er kann sich auch nicht mehr mit Technik retten. Die Turandot war nur schrill und laut, die Minister lange nicht so gut wie da letzte Mal, DIrigat eher gegen fad. Am besten noch Kaiser als Liu, aber auch niocht wirklich schön. Daher sind wir nach dem nesum dorma gegangen.

Die Inszenierung sicher eine der lsutigsten und schönsten!